Überführung von Emden nach Kiel

 

Der April 2006 lief überhaupt nicht optimal  für mich. Ich war im Stress, denn wir wollten Mitte des Monats nach Kiel, aber meine Galle spielte verrückt. Ich dachte mit Medikamente könnte ich die Zeit überbrücken, denn ich wollte nicht in Emden ins Krankenhaus, doch daraus wurde nichts. Ich musste nach Hause und ins Krankenhaus. Nach 8 Tagen war alles vergessen und ich Ärgerte mich das ich mich solange gequält hatte. Am Samstag den 28.4. war es dann soweit, der Wetterbericht war günstig und wir hatten einen erfahrenen Mitsegler ( Richard ) an Bord. Wir nahmen um 13:oo Uhr die Nesselander Schleuse. Klaus und Helga mit ihrer Darty sowie Holger und Karin mit ihrer Spika wollten uns bis Delfzyl begleiten. Wir waren noch in der Schleuse da frischte der Wind auf 6 Bft auf und ich wäre am liebsten umgedreht, es war alles noch so neu und die Erfahrung fehlte mir, doch Augen zu und durch. Bis zur einfahrt nach Delfzyl klappte alles ganz gut doch dann versagte unsere Ruderanlage, zum Glück hatten wir zwei Motore und konnten uns so weiter helfen. Nach dem wir in der Marina fest waren konnte ich feststellen das sich ein Hydraulikschlauch gelöst hatte. Ich hatte zwar jede menge Muttern und Hülsen an Bord, doch die größe die ich brauchte nicht. Da sich durch den Schaden alles verzögerte arrangierten wir die Rückreise für unseren Mitsegler.  Zum Glück war der 1. Mai in Holland kein Feiertag und so konnte ich das fehlende Ersatzteil besorgen und einbauen und verlor nicht noch einen Tag. Durch die ungünstige Tide mussten wir aber dennoch bis Dienstag morgen warten. Wir stellten uns den Wecker auf 04:oo und legten um 04:30 Uhr ab, Richtung Brunsbüttel. Doch die Freude währte nicht lange, kurz vor der Insel Borkum zog dichter Nebel auf und zwang uns Borkum anzulaufen. Wir machten erstmal ein ausgiebiges Frühstück und meldeten uns beim Hafenmeister, um 10:oo Uhr verzog sich der Nebel und wir hatten den schönsten Sonnenschein, doch an weitersegeln war nicht zu denken, die Tide.  Wir machten uns einen schönen Tag auf Borkum, denn Wilma kannte die Insel noch nicht.

 

 

 

Am Mittwoch den 3. Mai legten wir um 07:30 Uhr ab, motorten durch die Fischerbalje zum Riffgat und setzten die Segel. Der Wind kam aus SO  mit 4 Bft so das wir einigermaßen unseren Kurs halten konnten bei ca. 1 Meter Welle. Wir liefen anfangs mit 6 bis 7 Knoten und nahmen manchmal sehr unsanft die Wellen, gegen Mittag legte der Wind etwas zu und die Duo begann Spaß zu machen, wir Pflügten mit 9 bis 10 Knoten durchs Wasser und rumsten auch nicht mehr in die Wellentäler sondern schnitten diese, dass es eine wahre Freude war. Wir hatten das Gefühl übers Wasser zu schweben. Wilma war vom Ruder nicht mehr weg zu bewegen. Doch es kam wie es kommen musste, ca. 17:00 Uhr schlief der Wind ein und wir mussten Motoren, auf der Höhe von der Jade Wesermündung. Ab 20:00 Uhr kam der Wind zwar mit 4 Bft wieder aber genau Auf dem kopf, das heißt von vorn so das wir nicht mehr Segeln konnten, wir mussten bis Brunsbüttel Motoren, wo wir am Donnerstag den 4.5.2006 morgens um 05:oo Uhr ankamen. Um 07:30 Uhr waren wir durch die Schleuse. In den Yachthafen kamen wir nicht rein, weil die Duo zu breit war, also machten wir am Kai fest, total Übermüdet, denn keiner von uns hatte in der Nacht geschlafen. Also erst mal 2 Stunden geschlafen. Das Wetter war Super, als wir aufwachten schien die Sonne und wir hatten ca. 20 Grad in der Sonne. Wir beschlossen bis nach Rendsburg weiter zu fahren und in der Marina Schreiber zu übernachten, dort haben wir mit unserem alten Boot, der „ Shogun “ früher im Winterlager gelegen. Es war schön nach 3 Jahren Abstinenz dort fest zu machen. Es war ein großes Hallo und natürlich musste erst mal begutachtet werden was ich gebaut hatte. Am nächsten Morgen besorgte ich erst mal noch 40 Liter Kraftstoff, um ganz sicher zu gehen nicht im Kanal mit Spritmangel zu Haverieren. Freitag den 05.05.2006  um 14:oo Uhr machten wir an unserem Platz in Kiel fest.

Es war schön wieder in der Kielerförde zu sein. Klares Wasser, man kann den Grund sehen, den Blick über die Förde und vor allen dingen Tiden unabhängig.